Ausgewählte Filme

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Anbei finden Sie die Liste der Filme, die seit dem Wintersemester 2009/10 aus dem Viennale-Programm für die LV ausgewählt wurden.

Filmliste: 
Between Inner and Outer Space - Programm 2: E like Enter am Sonntag, 23. Oktober 2011 - 21:00 / V'11

Der Eintritt in die Kunstwelt. Die Berührung zwischen Künstler, Kunstwerk und Besucher ist dialektisch. In der Performance von Ulay/Abramović muss sich das Publikum zwischen den nackten Körpern des Künstlerpaares hindurcharbeiten, um Einlass zu bekommen. Die Beziehung zwischen Werk und Betrachter führt auch Brian de Palma in seinem komischen Dokumentarfilm vor, dessen Zentrum die legendäre Op-Art-Ausstellung 1965 im MoMA ist: Bildnisse und Betrachter verschwimmen zusehends, Rudolf Arnheim doziert dazu. 47/91 Ein Fest reinszeniert ein Bankett im Wiener MAK als Bildertaumel.

Chantal Akerman, From Here (Brasilien/F 2010) am Mittwoch, 27. Oktober 2010 - 23:30 / V'10

Knapp eine Stunde lang berichtet die belgische Filmemacherin Chantal Akerman von ihrer Arbeit. Vom Unterschied zwischen dem Dokumentarischen und der Fiktion, vom Schauspiel, davon wie das Kino Raum und Zeit verwandelt und die Wiederholung das strukturierende Element ihrer Filme ist. Dazu zeigt sie, wie zum Beweis, das ausgetrunkene Glas, das sie neu nachschenkt. Und gegen den Einspruch irgendwo im Off des Raums zündet sie sich eine Zigarette an. Kein Moment, keine Idee, kein Satz dieser außergewöhnlichen Frau ist zuviel, ist verschwendet, ist beiläufig in diesem Film.

Codependent Lesbian Space Alien Seeks Same (USA 2011) am Sonntag, 23. Oktober 2011 - 23:00 / V'11

Zoinx wird mit zwei weiteren Space Aliens zur Erde geschickt. Ihre Empfindungen sind zu stark, sie gefährden die Ozonschicht ihres Planeten. "But why the heck to planet earth?" – "It is guaranteed that you come back with a broken heart!" Jane arbeitet in einem Schreibwarengeschäft auf dem Planeten Erde. Sie berichtet ihrer Therapeutin über Träume von einem Raumschiff und einer Begegnung mit einem fremden Wesen, das ihre große Liebe sein könnte. Träume, die so schön sind, dass sie wahr werden müssen!

Color perro que huye (E 2011) am Sonntag, 23. Oktober 2011 - 15:30 / V'11

Zum Lachen, Staunen, Kopfschütteln, Nachdenken: Der Venezolaner Andrés Duque liefert eine glorios wilde Collage aus Heimvideo, Webcambildern, Alltags- und Kunstbetrachtung, Filmessay und Spielfilmausschnitten – und arbeitet mit derart originellen Assoziationen und Brüchen, dass nahezu jede Szene zu überraschen vermag. Was das Ganze soll? Der englische Titel Color Runaway Dog verrät ja schon, dass es um einen Farbfilm geht, in dem ein davonrennender Hund eine Rolle spielt.

Content (GB/USA 2010) am Mittwoch, 3. November 2010 - 16:00 / V'10

Vor 30 Jahren drehte der englische Regisseur und Autor Chris Petit einen kleinen, schwarz-weißen Film mit dem Titel Radio On, ein Roadmovie im Geiste der 70er Jahre, das einen ähnlichen Kultstatus errang wie Wenders' Im Lauf der Zeit oder Jarmuschs Stranger Than Paradise. Mit Content begibt sich Petit auf eine Spurensuche nach jener alten Bewegung, versucht eine essayistische Betrachtung über Weg und Raum in der Moderne, über Geschichte und Kommunikation. Über Kinder und Eltern.

Corneille - Brecht (Fassung B, F 2009) am Montag, 2. November 2009 - 21:00 / V'09

Eine junge Frau, Cornelia Geiser, mit dem Rücken zum offenen Fenster im Sonnenlicht stehend. Unten von der Straße der ferne Lärm der Wagen und Stimmen, und oben am Fenster die Frau, einen Text rezitierend. Verse von Pierre Corneille: «Rome l'unique objet ressentiment! / Rome à qui vient ton bras d'immoler mon amant!» Um über das Unrecht und die Barbarei seiner Zeit zu sprechen, dichtete Corneille im Gewand der Antike. Im alten Rom blitzt das Paris der französischen Könige auf.

Correspondencia Jonas Mekas – J.L. Guerín (E/USA 2011) am Sonntag, 23. Oktober 2011 - 13:30 / V'11

Auf Einladung eines spanischen Kunstmuseums entspinnt sich zwischen den beiden Filmemachern Guerín und Mekas ein kinematografischer Briefwechsel. Ein unregelmäßiges Hin und Her, ein fragmentarischer Austausch, Nachrichten aus dem Alltag, Notizen vom Wetter, von Reisen, vom Filmesehen, dem blühenden Baum vor dem Fenster und dem Schnee auf der Straße. Das Schöne und Überraschende an diesen Filmbriefen ist, wie sehr das Bedeutende und Nebensächliche, Kunst und Leben in eins laufen, sich die Hierarchien und Trennungen verwischen in wunderbaren filmischen Haikus.

Curling (Kanada 2010) am Montag, 1. November 2010 - 18:00 / V'10

Curling ist der bisher zugänglichste Film Denis Côtés, dem die Viennale heuer eine Werkschau widmet. Und doch wirkt er geheimnisvoll, wie ein leichter Taumel oder Schwindel. Die 12-jährige Julyvonne lebt bei ihrem Vater in einem abgelegenen Haus in einer kleinen Stadt. Manchmal streift sie durch die umliegenden Felder und Waldstücke, und eines Tages macht sie eine zutiefst verstörende Entdeckung, mit der sie verschlossen weiterlebt. Und die sie immer wieder aufs Neue sucht. Gibt es einen Zusammenhang mit dem abgeschiedenen, eigenartigen Leben des Vaters?

Die Frau mit den 5 Elefanten (CH/D 2009) / V'09

Seit mehr als zwanzig Jahren arbeitet Swetlana Geier an der Übersetzung der fünf großen Romane Dostojewskijs und gilt als größte Übersetzerin russischer Literatur ins Deutsche. Jeden Morgen bekommt die 86-jährige Dame Besuch von einer anderen älteren Frau, die auf einer altmodischen Schreibmaschine die Texte geräuschvoll zu Papier bringt. «Sprachen sind inkompatibel», meint Swetlana Geier, weshalb man sich den gesamten Text verinnerlichen müsse. Und plötzlich gibt es dennoch eine Stelle, die sie schon unzählige Male gelesen hat und die ihr plötzlich in einem neuen Licht erscheint.

Film Socialisme (CH 2010) am Montag, 1. November 2010 - 20:30 / V'10

Godard, mittlerweile fast 80, hat eine filmische Freiheit und Unabhängigkeit erreicht, die ihresgleichen im Kino nicht kennt. Der alte Magier vom Genfer See mischt die Genres und Texte, Musiken und Bilder, die Orte und Figuren auf so spielerische und zugleich analytische Weise, dass die einmalige Betrachtung seines neuen Werks nur eine Ahnung von alldem hinterlässt.

Filme von Siegfried A. Fruhauf am Freitag, 29. Oktober 2010 - 18:30 / V'10

Das Programm Filme von Siegfried A. Fruhauf besteht aus folgenden Filmen:

Gingakei (J 1967) am Freitag, 21. Oktober 2011 - 13:00 / V'11

Gingakei zählt zu den zentralen Werken des experimentellen japanischen Kinos. In dem wie eine Möbiusschleife aufgebauten Film begegnet ein Mann nach einem Autounfall seinem früheren Ich, das er zunächst umzubringen trachtet. Als dies nicht gelingt, versucht er, in die Vergangenheit zurückzukehren, wird von einem mysteriösen Mönch aber daran gehindert.

Hitparkut (Israel 2010) am Dienstag, 2. November 2010 - 11:00 / V'10

Im Mittelpunkt von Hitparkut steht ein Mann, der als jüdischer Israeli in einer schäbigen Wohnung im arabischen Teil von Tel Aviv haust und in einem Kreislauf aus Aggression und Lethargie gefangen scheint. Nach einem Raubmord tauscht er seine Behausung öfters gegen die Bars der Stadt, doch seine bösen Geister begleiten ihn. Harte Kontraste schaffen einen spröden Realismus, räumliche Fluchten fokussieren den Blick, immer wieder justiert die Kamera ihr Objektiv. Nach und nach überträgt sich die Unruhe der Bilder und Geister dieses Films auf einen selbst.

How I Filmed the War (CDN 2010) am Montag, 24. Oktober 2011 - 16:00 / V'11

Am 1. Juli 1916 filmte der britische Lieutenant Geoffrey Malins als "Official Kinematographer" eine der verheerendendsten Schlachten des Ersten Weltkriegs. Sein Film The Battle of the Somme wurde in Großbritannien zum Kassenschlager. Yuval Sagiv hat sich des Materials und Malins' pathetischer literarischer Nacherzählung "How I Filmed the War" angenommen. Im Vergleich der beiden Medien und in der Re- und Dekonstruktion der Bilder findet er faszinierende Ungereimtheiten, die Fragen über den Umgang mit der Wahrheit, nicht nur, aber besonders im Krieg und im Kino, aufwerfen.

I'm Still Here (USA 2010) / V'10

Handelt es sich um eine Dokumentation? Ist alles reine Fiktion und Projektion? I'm Still Here ist ein Jahr im Leben von Joaquin Phoenix, der sich von seiner Karriere als Hollywoodstar lossagt und beschließt, sich dem Hip Hop zu widmen. Der Film, sein Protagonist, das Ganze ist teils absurd, teils berührend, dann wieder grotesk, immer aber riskant und haarscharf am Absturz in die eigene Widersprüchlichkeit entlang balancierend. Inzwischen gilt die Losung, die ganze Geschichte sein ein inszenierter Fake gewesen.

Irène (F 2009) am Samstag, 24. Oktober 2009 - 18:00 / V'09

Man kann sich kaum einen Film vorstellen, der einfacher gehalten ist als Alain Cavaliers Irène. Und der einen doch gleichzeitig mit solch emotionaler Schärfe trifft. Irène handelt von Cavaliers verstorbener Frau, der Schauspielerin Irène Tunc, die 1972 bei einem Autounfall ums Leben kam. Doch sie ist nur ganz kurz in einem Ausschnitt und auf einigen Fotos zu sehen. Ansonsten reflektiert der Film die Leere, die der Regisseur Jahre später immer noch verspürt.

Kurzfilmprogramm 7 am Samstag, 30. Oktober 2010 - 15:30 / V'10

Das Kurzfilmprogramm 7 besteht aus folgenden Filmen:

La folie Almayer (F/B 2011) am Freitag, 28. Oktober 2011 - 18:00 / V'11

Irgendwo in Ostasien lebt Almayer in einem Haus an einem Fluss, in einer Art Niemandsland, in dem allein seine Besessenheit, sein seltsames Begehren und seine besitzergreifende Liebe regieren. Almayer lebt für seine Tochter in Erinnerung, in Erwartung, in einer unmöglichen Ungleichzeitigkeit, die ihn hat zum Gespenst werden lassen. Wie von der Hitze und Schwüle, von der Verzweiflung und Vergeblichkeit benommen und gequält, wartet der vampirgleiche Vater auf das Unmögliche.

La Terra de la Folie / Land of Madness (F 2009) am Sonntag, 1. November 2009 - 20:30 / V'09

Luc Moullet reist in La Terre de la folie nach Alpes du Sud, eine Region im Südosten Frankreichs, in der sich offenbar Fälle von psychiatrischen Störungen besonders häufen, die Suizide, aber auch Mord und Totschlag und andere grausame Verbrechen begünstigen. Moullet geht diesen Fällen nach: Er reist von Ortschaft zu Ortschaft, wo er jeweils eine Person über die sich dort in den letzten hundert Jahren ereigneten Kriminalfälle berichten lässt.

Malaventura (Mexiko 2011) / V'12

Die ersten zehn Minuten dieses knapp einstündigen Films sind nicht von dieser Welt, sind wie in Trance erlebt und gesehen: Ein alter Mann erwacht in einem ärmlichen Zimmer und beginnt den Tag mit der schlafwandlerischen Routine und Selbstvergessenheit des ewig Gleichen; während sich aus der Stille langsam steigernd bis zum Lärmen eine wilde, heftige Metal-Musik schält. Danach eine lange Wanderung des Alten durch die Straßen von Mexico City, ziellos, doch wie von einem geheimnisvollen Auftrag getrieben.

Material (D 1988-2009) am Donnerstag, 29. Oktober 2009 - 12:00 / V'09

Eine Montage von filmischem Material aus den späten 80er Jahren der DDR bis in die Gegenwart des Jahres 2008, von Thomas Heise selbst gedreht oder im Umfeld seiner Filme entstanden, jedoch nie veröffentlicht. Reste. Im Theater, während Fritz Marquardts Inszenierung von Heiner Müllers «Germania Tod in Berlin». Die Räumung besetzter Häuser in der Mainzer Straße. Die Massendemonstration auf dem Alexanderplatz im November 1989.

Moon (GB 2008) am Montag, 26. Oktober 2009 - 23:00 / V'09

Der Astronaut Sam Bell, seit drei Jahren Angestellter der Firma Lunar, steht kurz vor dem Ende seines Vertrages. Über drei Jahre lang war der Mond sein Arbeitsplatz und sein Zuhause. Hier war er völlig alleine mit dem Abbau von Helium 3 beschäftigt, ein kostbares Gas, das die Energiekrise auf der Erde beenden könnte.

Notes on an American Film Director at Work: Martin Scorsese (USA 2005/08) am Donnerstag, 28. Oktober 2010 - 13:30 / V'10

Als Jonas Mekas gebeten wurde, einen Porträtfilm über Martin Scorsese zu realisieren, befand dieser sich mitten in den Dreharbeiten zu The Departed und hatte so gut wie keine und zugleich alle Zeit der Welt. Mekas begleitet seinen alten Freund aufs Set, schaut ihm über die Schulter, verwickelt ihn in Gespräche oder beobachtet ihn aus der Distanz.

Paradise (USA 2008) am Samstag, 31. Oktober 2009 - 18:30 / V'09

«Ich bin begeistert von Paradise», schreibt der amerikanische Schriftsteller Jonathan Lethem, «einem Film, dessen dokumentarisches Auge stets umherschweift, während er zugleich von einer ungemeinen Zielstrebigkeit knapp unterhalb der Ebene des bewussten Vorstellungsvermögens geprägt ist.» Die Kunstfertigkeit, die Lethem beschreibt - eine Kombination von stiller Beobachtung, erzählerischer Komplexität und Wertschätzung der sinnlichen, materiellen Welt -, zeichnet Michael Almereydas Arbeiten der letzten zwanzig Jahre aus, seien es Spiel- oder Dokumentarfilme.

Puccini x 4 (I/GB/USA/Taiwan 2008) am Samstag, 31. Oktober 2009 - 13:00 / V'09

Aus Anlass des 150. Geburtstags von Giacomo Puccini im Jahr 2008 sind zwanzig internationale Filmemacher der Einladung des Lucca Film Festivals gefolgt, einen Kurzfilm zu Ehren des in Lucca geborenen Komponisten zu gestalten. Wie nicht anders zu erwarten, zeigten sich die Ergebnisse so unterschiedlich wie die einzelnen Zugänge. Die Viennale zeigt vier herausragende Beiträge der Serie «Twenty Puccini».

Ruínas (P 2009) / V'12

In fragmentierten, statischen Einstellungen wird in verschiedenen Regionen Portugals – von Vila do Conde über Lissabon bis nach Porto – dem Eigenleben leerer, verlassener Gebäude nachgespürt: Wohnhäuser, Fabriken, Kinos, Theater, Kirchen, Geschäfte, Industrieanlagen, Bahnhöfe, Kraftwerke. Aus dem Off sprechen Stimmen von alten Geschichten, die mit den Ruinen verbunden sind: vom einstigen Gebrauch der Orte, vom verlebten Nutzen, vom abgelaufenen Funktionieren. Ein sanft melancholischer Essay über die Vergänglichkeit.

Studien zum Untergang des Abendlandes (D 1979-2010) am Mittwoch, 27. Oktober 2010 - 20:30 / V'10

Studien zum Untergang des Abendlandes, der bei der Viennale seine Uraufführung erlebt, ist ein berauschendes, befreiendes Kino-Lied, ein "Musikfilm in 5 Teilen", eine kinematografische Komposition von höchster Abstraktion und Welthaltigkeit zugleich. Aufnahmen, gesammelt über mehr als 20 Jahre in verschiedenen Gegenden der Welt, in Ostafrika, in New York, im Ruhrgebiet, in Rimini, auf Gomera, in Hamburg.

Symbiopsychotaxiplasm: Take One (USA 1968) am Samstag, 22. Oktober 2011 - 13:30 / V'11

Ein filmisches Experiment: Eine Filmcrew beginnt mit Dreharbeiten im New Yorker Central Park. Eine zweite Crew wird vom Regisseur instruiert, die Dreharbeiten zu dokumentieren, eine dritte, das Geschehen um die Dreharbeiten im Park festzuhalten. Die erste Crew scheint an Probeaufnahmen zu einem Spielfilm zu arbeiten. Dazwischen Gespräche des Regisseurs mit Cast und Crew. Es macht sich Unmut breit: Niemand versteht, was der Regisseur will. Ist das alles eine große Verarschung?? Oh nein!

Syrakus (D 2012) / V'12

Der Dichter Durs Grünbein und der Filmemacher Klaus Wyborny haben sich zusammengefunden in einem Projekt, das so spannend wie herausfordernd ist. Die poetische Arbeit des einen mit der kinematografischen des anderen zu verbinden, sie ineinander fließen zu lassen, aneinander zu entzünden. Das Wort und das Bild, Sprache und Welt. Weder Bebilderung des Einen noch Kommentare für das Andere ist SYRAKUS, sondern ein sensibles Ganzes, ein erfinderisches Hin und Her und eine poetische Gleichzeitigkeit.

Tahrir, Liberation Square (F/I/EG 2011) am Mittwoch, 2. November 2011 - 16:00 / V'11

Der Großteil der Fernsehbilder, die in Berichten über die Demonstration am Kairoer Tahrir-Platz zu sehen waren, wurden aus der Distanz aufgenommen. Savona dagegen hat sich zwischen den Menschen aufgehalten, ihre Reden und Gesten dokumentiert, zugehört und zugesehen. Er hat drei Protagonisten gewählt, drei junge Demonstranten, die er begleitet, ihre Begeisterung, ihre Hoffnung, ihre Zweifel dokumentierend. Dabei aber ohne Kommentar, zurückhaltend und die Rolle des Fremden und Beobachtenden nicht aufgebend.

Terrorism considered as one of the Fine Arts (GB/A 2009) am Montag, 2. November 2009 - 18:00 / V'09

Michael Schlieman ist ein MI6-Spion, der für die Anti-Terror-Abteilung des britischen Geheimdienstes arbeitet. Er ist abgetaucht und wird seine «Geständnisse» im Internet publizieren - und damit die Wahrheit über die geheimen Operationen, die von verschiedenen Regierungen durchgeführt wurden, enthüllen. Es besteht demnach eine Verbindung zwischen der Versenkung des Greenpeace-Schiffs «Rainbow Warrior» und dem terroristischen Staatsmord an einem Greenpeace-Fotografen. Schlieman ist nun Teil einer Öko-Terroristengruppe.

The Ballad of Genesis and Lady Jaye (USA/F 2011) am Donnerstag, 27. Oktober 2011 - 23:00 / V'11

Aus der Perspektive einer großen romantischen Liebe schildert Losier die Beziehung zwischen Genesis P-Orridge und seiner Lebens- und Arbeitsgefährtin Jacqueline Breyer alias Lady Jaye, deren gemeinsam unternommenes Projekt darin bestand, durch physische Transformationen eins zu werden, ein Drittes, ein Pandrogyn. Von einer bloßen Vermittlung von Informationen und Anekdoten grenzt sich The Ballad… dabei deutlich ab. Vielmehr durchsetzt das Wesen des Musikers den Film mit kindlich-charmantem Spieltrieb.

The Forgotten Space (NL/A 2010) am Mittwoch, 27. Oktober 2010 - 13:00 / V'10

Es war die Seefahrt, die immer neue, immer weiter entfernte Handelsräume erschloss. Es ist die See, auf der heute kostengünstig Waren aller Art quer durch die ganze Welt transportiert werden. Es sind die Häfen, die den Ausbau von Zulieferwegen – Schienen- und Straßennetzen – erfordern. Damit Güter verkehren können, in zahllosen Containern auf kastenförmigen Riesen, deren spärliche Besatzung einander kaum noch kennt. Von Rotterdam über Los Angeles bis Hongkong zeigt The Forgotten Space wie das Diktat des Konsums mit den Folgen des Transports zusammenhängt.

The Garden (GB/D 1990) am Montag, 26. Oktober 2009 - 13:30 / V'09

Der erste Teil von The Garden ist von Naturaufnahmen urwüchsiger Schönheit geprägt - Blumen, Strandkies, das Meer und der Himmel, eingebettet in Szenen, die den Filmemacher bei der Gartenarbeit zuhause in Dungeness an der Küste von Kent zeigen, im Hintergrund ein Atomkraftwerk. Langsam ergibt sich in Form geträumter Szenerien eine Handlung: Wir sehen den schlafenden Jarman an seinem Schreibtisch, umgeben von christlichen Symbolen: ein Bildnis des auferstandenen Christus, ein Kruzifix, über das erbarmungslos Wasser rinnt.

Trash Humpers (USA/GB 2009) / V'10

"Unwürdige Greise" ist gar kein Ausdruck und "seltsames Treiben" stark untertrieben: Das, was die drei Figuren mit den Altersmasken in Harmony Korines neuester filmischer Ruhestörung Trash Humpers den liebenlangen Rentnertag so unternehmen, irritiert stark. Sie zerschlagen Fernseher, verderben Kinder, verstören Erwachsene und, natürlich, rammeln Mülltonnen. Begleitet werden die transgressiv-obszönen Provokationen von einem aus dem Off ertönenden keckernden, kreischenden, höhnischen Gelächter, das gewaltig nervt. Zivilisationskritik? Ja, auch.

When it was Blue (USA/Island 2008) am Sonntag, 25. Oktober 2009 - 18:30 / V'09

When It Was Blue markiert den Höhepunkt einer Arbeit, deren Fertigstellung über vier Jahre in Anspruch genommen hat. Entsprechend episch ist der Umfang des Films: Mit einer Spieldauer von etwas über einer Stunde besteht die Arbeit eigentlich aus zwei Filmen, die übereinanderprojiziert auf der Leinwand ein Bild ergeben. Jede der beiden Filmrollen besteht aus einer Abfolge von Landschaftsaufnahmen, die in Kanada, den USA, in Mittelamerika, Island und Neuseeland entstanden sind.