Zwischen Liebe und Musik (Diagonale 2016)

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Eine Filmkritik von Leonora Peuerböck zu Universalove, Regie: Thomas Woschitz, AT/LU/RS 2008

 

 

Tokio, Belgrad, Rio de Janeiro, Brooklyn, Marseille und Luxemburg. Sechs Orte die eines miteinander verbindet: die Liebe. Sie kann wunderschön sein, doch meistens tut sie weh vermittelt uns dieser Film. Wie eine mahnende Hand wacht sie über dem Geschehenen und lässt uns diesen Episodenfilm als keinen rein glücklichen wahrnehmen.

Neben der Liebe ist die Musik die zweite Dominante die sich durch den Film zieht. An manchen Stellen scheint es, als befände man sich mitten in einem Musikvideo, man kann die Gedanken schweifen lassen, nur nicht zu lange bis wieder etwas für die Handlung Bedeutendes passiert.

 

In verschiedenen Situationen treffen Menschen aufeinander, deren Vorgeschichte unwichtig erscheint, da sie nicht erzählt wird. Nur das Hier und Jetzt spielt eine Rolle. Trotz der meist verwendeten Handkamera bekommt der Film durch die Musik und die vielen Nahaufnahmen etwas Ruhiges, Langsames. Man kann in ihn eintauchen wie in einen Strom aus Gefühlen, Liebe und Musik.

 

Die einzelnen Situationen werden zerstückelt aneinander gereiht und ergeben zusammen wieder ein Ganzes, meist enden die Episoden mit keinem eindeutigen Schluss.

Der Anfang des Films ist zugleich das Ende. Der pumpende Herzschlag der Protagonistin in Marseille zieht sich durch ihre Episode. Die Anfangs sehr wackelige Kamera wird von angehaltener Zeit abgelöst. Es zählt nur der Moment, der sich ausdehnt und nicht zu enden wollen scheint.

Die Telenovela, die in Rio de Janeiro eine Zentrale Rolle für die Handlung spielt, taucht in den meisten Episoden wieder auf. Auch sie ein verbindendes Element, neben der Liebe und der Musik.

Der Film wurde auch mit live eingespielter Musik zur Filmaufführung gezeigt. Dies muss ein noch beeindruckenderes Erlebnis sein, da so Bild und Ton auf gleicher Höhe nebeneinander stehen.