Zerstreuter Examinator

Mark Fishers Popbühnen und die Interaktion mit dem Massenpublikum
Vortrag von

Andreas Becker

Wissenschaftlicher Mitarbeiter/Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft Frankfurt am Main; Autor von Erzählen in einer anderen Dimension. Zeitdehnung und Zeitraffung im Spielfilm (2012).

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Montage aus dem Plakat zur Ankündigung des Vortrag von Andreas Becker
Dienstag, 24. Juni 2014 - 16:45
tfm | Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft - Schreyvogelsaal Hofburg, Batthyanystiege, A - 1010 Wien

In der Schlusspassage des Kunstwerk-Aufsatzes analysiert Walter Benjamin die Wirkung des filmischen Mediums auf die Massen. Er fasst seine Beobachtungen in der Wendung zusammen, das Publikum sei ein Examinator – und fügt dann ergänzend hinzu, aber ein zerstreuter. Diese Wendung ist wegweisend und trifft keineswegs nur auf das Kino zu, sondern lässt sich auch auf die modernen Formen der Video-Walls und Bühnenkonstruktionen beziehen, ohne die heute Massenereignisse nicht denkbar wären. Einer der einflussreichsten Bühnenarchitekten für Popkonzerte war Mark Fisher (1947-2013) und dessen Stufish-Studio. Am Beispiel seiner Arbeiten für die Gruppe U2 möchte ich darlegen, wie Fisher und U2 das Motiv des zerstreuten Examinators aufgreifen und zeigen, wie sie auf die Zeit Benjamins rekurrieren.