Sinus und Sägezahn

Elektronische Musik im Industrie- und Experimentalfilm der 1950/60er Jahre
Vortrag von

Florian Wüst

Arbeitet als Künstler und freischaffender Filmkurator zu gesellschaftspolitischen Fragen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und des technischen Fortschritts in der Moderne. Studium der Freien Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und am Piet Zwart Institute, Willem de Kooning Academie Hogeschool Rotterdam.

Video
Veranstaltungsreihe

Provokation der Wirklichkeit. 50 Jahre Oberhausener Manifest

Ausschnitt aus dem Plakat zum Symposium

Das Wiener Symposium zu 50 Jahre Oberhausener Manifest, 7.-8.6.2012 im Österreichischen Filmmuseum

Freitag, 8. Juni 2012 - 14:00
Österreichisches Filmmuseum, Augustinerstraße 1, A - 1010 Wien

Die Geschichte des Experimentalfilms ist eng verbunden mit der Entwicklung der elektronischen Musik. Die Möglichkeiten elektronischer Bild- und Tonbearbeitung inspirierten jedoch nicht nur die Zusammenarbeit von Filmemachern, Musikern und Ingenieuren, sondern wurden ebenso von industriellen Auftraggebern als Mittel begriffen, neue Technologien und Produkte als modern und zukunftsorientiert zu bewerben. Vor allem in den 1950/60er Jahren zeigte sich der Industrie- und Unternehmensfilm offen für abstrakte Ausdrucksformen und audiovisuelle Experimente. Zum Beispiel gründete Siemens 1957 ein hauseigenes Studio für elektronische Musik, in welchem unter der künstlerischen Leitung des Komponisten Josef Anton Riedl und mithilfe von Lochstreifen-gesteuerten Frequenzmodulatoren und Klanggeneratoren Ton- und Musikspuren für Filme hergestellt wurden. Anhand ausgesuchter Kurzfilmausschnitte möchte ich das produktive Verhältnis von technischer Innovation und künstlerischem Experiment vor dem Hintergrund der Industriefilmpraxis einiger Unterzeichner des Oberhausener Manifests sowie zeitgleicher Werke der elektronischen Musik, des Avantgardekinos und des frühen Computerfilms reflektieren.