Singularität und lange Dauer

Alexander Kluges idiosynkratische Filmtheorie der Geschichte
Vortrag von

Karin Harrasser

Vertretung der Professur Techniktheorie und -geschichte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Seit 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Kunsthochschule für Medien Köln. Schwerpunkte in Kultur- und Techniktheorie, Wissenschaftsgeschichte der Medien, Populärkultur (Science-Fiction), Gender Studies. Habilitationsprojekt zur Kultur- und Theoriegeschichte der Prothese. Außerdem Forschungs- und Vermittlungsprojekte an der Schnittstelle Geisteswissenschaft und Kunst (kürzlich: Die Untoten.

Video
Veranstaltungsreihe

Symposium: Die Frage des Zusammenhangs

Ausschnitt aus dem Plakat zum Symposium: Alexander Kluge im Kontext

Informationen zum Symposium: Alexander Kluge im Kontext, 7.-9.10.2010

 

Alexander Kluges Werk ist ein stetig anwachsendes work in progress, das sich über den permanenten Wechsel der Medien artikuliert: Literatur, Film, Fernsehen, Internet, Medien- und Gesellschaftstheorie – auf diesen Feldern arbeitet Kluge seit einem halben Jahrhundert am mikrologischen Modell einer kommunizierenden Gegenöffentlichkeit, einem kritischen Modell, in dem die Asymmetrie zwischen AutorInnen und RezipientInnen weitgehend eingezogen scheint: "Der Film entsteht im Kopf des Zuschauers."

Freitag, 8. Oktober 2010 - 10:00
Campus Universität Wien / Aula, Spitalgasse 2/Hof 1, A-1090 Wien

Der Vortrag lotet aus, inwiefern Alexander Kluges Blick auf die Geschichte ein vom Film inspirierter Blick ist, oder vielmehr: eine Theorie der Geschichte, die sich am Wahrnehmungsmodell Film/Kino orientiert. In einem zweiten Schritt wird seine idiosynkratische Filmtheorie der Geschichte mit den historiographischen Entwürfen Walter Benjamins und Siegfried Kracauers aber auch denen der Annales-Schule vernetzt. Von besonderem Interesse sind Konzeptionen und Konkretionen eines spezifischen Dingbegriffs und dessen Verhältnis zur Montage als Zeitkunst.  Schwerpunktmäßig wird sich der Vortrag mit dem Film Die Patriotin (1979) und dem aktuellen Marx-Eisenstein-Projekt beschäftigen und dabei nach einer Logik des Phantastisch-Konkreten Ausschau halten.