Signal und Mandatar

Zu Benjamins "destruktivem Charakter"
Vortrag von

Astrid Deuber-Mankowsky

Professorin für Medienöffentlichkeit und Medienakteure unter besonderer Berücksichtigung von Gender am Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum

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Montage aus dem Plakat zum Vortrag von Astrid Deuber-Mankowsky, 15.10.2009
Donnerstag, 15. Oktober 2009 - 13:45
tfm | Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft - Schreyvogelsaal Hofburg, Batthyanystiege, A - 1010 Wien

"Der destruktive Charakter" ist ein kurzer Artikel, der am 20.11.1931 in der Frankfurter Zeitung erschien. Er entstand in einer Zeit der persönlichen und gesellschaftlichen Krise und stellt eine Bestandesaufnahme der neuen Lage der Zeit dar, eine Analyse des Verhältnisses zwischen Öffentlichem und Privatem, zwischen Nähe und Distanz, zwischen Tradition und Tradiertem. Der destruktive Charakter, so heißt es in Benjamins Notizen, sei ein Mandatar, ein Botschafter. Der destruktive Charakter, so heißt es im Artikel, sei ein Signal. Er übermittelt seine Botschaft, indem er, statt Dinge zu überliefern, Situationen tradiert, in dem er sie handlich macht und liquidiert. Benjamin spielt mit dem destruktiven Charakter nicht nur auf das epische Theater von Brecht, sondern, wie im Vortrag gezeigt werden soll, auch auf seine medientheoretischen Überlegungen zur Fotografie, zum Radio und zum Film an.