Mythische Dichte in der ‚Geisterwelt’ der ‚objektiven Tatsachen’?

Zusammenhänge in Alexander Kluges "Die Lücke die der Teufel lässt"
Vortrag von

Susanne Marten

Studium der Germanistik, Philosophie, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Köln, Berlin, Paris. Seit 2009 Hochschuldozentin an der Université de Strasbourg. Laufendes Promotionsvorhaben über Alexander Kluge in der Forschungsgruppe "CREG – Université de Toulouse bei André Combes". D.E.A. (Master) in Philosophie bei Jacques Rancière, Université de Paris Agrégation d'allemand.

Video
Veranstaltungsreihe

Symposium: Die Frage des Zusammenhangs

Ausschnitt aus dem Plakat zum Symposium: Alexander Kluge im Kontext

Informationen zum Symposium: Alexander Kluge im Kontext, 7.-9.10.2010

 

Alexander Kluges Werk ist ein stetig anwachsendes work in progress, das sich über den permanenten Wechsel der Medien artikuliert: Literatur, Film, Fernsehen, Internet, Medien- und Gesellschaftstheorie – auf diesen Feldern arbeitet Kluge seit einem halben Jahrhundert am mikrologischen Modell einer kommunizierenden Gegenöffentlichkeit, einem kritischen Modell, in dem die Asymmetrie zwischen AutorInnen und RezipientInnen weitgehend eingezogen scheint: "Der Film entsteht im Kopf des Zuschauers."

Samstag, 9. Oktober 2010 - 11:00
Campus Universität Wien / Aula, Spitalgasse 2/Hof 1, A-1090 Wien

In diesem Vortrag soll es um Kapitel 4 gehen, das dem 2003 erschienenen Werk seinen Titel gibt: Die Mondkräfte und der Endsieg / Die Lücke, die der Teufel läßt. In diesem Kapitel wie in allen anderen des Buchs werden Geschichten erzählt, scheinbar zusammenhanglos: von der Inquisition zum Nationalsozialismus, von der Reformation zum Serienmörder. Es soll aber herausgearbeitet werden, inwiefern die nebeneinander gestellten 'objektiven Tatsachen' Ausdruck des verschlungenen Subjektiven sind, und welche Rolle das Mythische dabei spielt. Besonderes Augenmerk wird dem Erzählverfahren Kluges gelten.