Filmprogramm VIS Vienna Independent Shorts

Planet A(nimation)
Vortrag von

Daniel Ebner

Daniel Ebner ist Mitbegründer und künstlerischer Leiter des internationalen Kurzfilmfestivals VIS Vienna Independent Shorts sowie Kulturredakteur der APA Austria Presse Agentur. Studierte Politik- sowie Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien und Berlin, initiierte und koproduzierte die österreichische Kurzfilmnacht 2006/07 gemeinsam mit der Diagonale sowie die schweiz-österreichische Kurzfilmrolle Eleven Minutes 2008, war 2010 Mitinitiator der ASIFA-Reihe "Animation Avantgarde" im Rahmen von VIS. Vielfache Kuratoren- und Jury-Tätigkeit (u.a. International Emmy Awards).

Veranstaltungsreihe

Workshop "Animierte Theorien"

Flyerausschnitt: Animierte Theorien, Filmstill aus: Zsuzsanna Werner, The Way to M (A 2011)

"Animation" ist innerhalb der deutschsprachigen Kunst-, Film- und Medienwissenschaft ein Begriffs- und Themenfeld, das in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung erfahren hat. Im Workshop "Animierte Theorien" werden die Forschungsergebnisse in Österreich realisierter Projekte vorgestellt und somit erstmals der Stand der österreichischen Animationsfilmforschung erhoben. Vortragende aus der Schweiz und Deutschland geben mit Berichten ihrer Forschungsaktivitäten zusätzliche Einblicke.

Freitag, 2. Dezember 2011 - 21:00
Universität für angewandte Kunst, Seminarraum A, Oskar Kokoschka-Platz 2, A-1010 Wien

VIS Vienna Independent Shorts ist das internationale Kurzfilmfestival in Wien und Österreichs Aushängeschild im Bereich der kurzen filmischen Form bis 30 Minuten. Das Festival legt gleichen Wert auf Animations- und Experimentalfilm wie auf Kurzspiel- und -dokumentarfilm und erweitert die jährliche Präsentation aktueller Arbeiten um kuratierte Programme zu einem thematischen Schwerpunkt sowie Personalen für Filmschaffende, die die Welt des Kurzfilms mitgeprägt haben. In den drei Wettbewerbsschienen werden jeweils Jury- und Publikumspreise vergeben.

 

Webseite von VIS Vienna Independent Shorts

 

Filmprogramm

kuratiert von Daniel Ebner

 

Aanaatt

Max Hattler, UK/D/J 2008, 5'

Spiegelungen, Verschiebungen, Projektionen: Der Beitrag des Medien- und AV-Künstlers Max Hattler ist ein genussvolles Verwirrspiel zwischen Abstraktion und Realismus, zwischen konstruktivistischem Design und manuell-analoger Raumerzeugung. Ein retro-futuristisches Kunstwerk, geerdet durch die Musik des japanischen Elektronikers Jemapur.

 

/ … (flüssiges papier)

Michel Klöfkorn, D 2009, 4'

24 oder mehr Bilder, Fotos, Gemälde pro Sekunde, immer weiter ineinander und übereinander ausgeschnitten: "mit dem cutter schneide ich bewegte geografische/geologische höhenlinien in fotobücher. jede bewegung der heraus geschnittenen masken weist in die zukunft und in die vergangenheit gleichzeitig, während sich die fotografische gegenwart verflüssigt."

 

A Family Portrait

Joseph Pierce, UK 2009, 5'

Ein Familienfototermin, der so schief geht, wie man es sich nur vorstellen kann. Die Linse legt offen, was bisher nur unter der Oberfläche brodelte. Eifersucht, Verdacht und Disharmonie verziehen die lächelnden Gesichter zu hässlichen Fratzen. Dieser Tag wird allen sicher in schmerzlicher Erinnerung bleiben.

 

Videogioco (Videogame - A Loop Experiment)

Donato Sansone, I 2009, 1'

Mit einer Schlägerei geht alles los, und der losgelöste Kopf von einem der Aggressoren beginnt seine Reise auf dem Papier. Beeindruckend animiert auf einer großen Fläche mit umdrehbaren Papierzeichungen, die sich nach und nach entfalten. Rasant und witzig, bis sich der Kreis in der Logik des Loops wieder schließt.

 

Self-Destruction for Eternity

Wei-Ming Ho, Taiwan 2010, 7'

Der Endzeitfilm Self-Destruction for Eternity stammt aus Taiwan, zwischen Vision und einfacher Feststellung einer beobachtbaren Bilderästhetik im Shootergame. Die Welt liegt brach und in Flammen. Keine heroischen Taten, keine Feinde mehr, die "gekillt" werden müssen, keine geheime Information, die noch gefunden werden muss, um Punkte zu sammeln. Der leere Blick in eine zerstörte Welt. Ein intelligentes Machinima, das die Spiel-immanenten Ästhetiken umcodiert.

 

Planet A

Momoko Seto, F 2008, 8'

Eine entlegene Welt, seltsame Wüsten weißer Kristalle und Wasser, das sich scheinbar aus eigenem Antrieb wegbewegt. Ein ästhetischer, fast surrealer Kommentar der japanisch-französischen Medienkünstlerin Momoko Seto zur ökologischen Verwüstung von Regionen, die von beklemmender Schönheit sind und deren phantasmagorische Realität zu verschwinden droht.