Ein Musical der Gefühle (Diagonale 2016)

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Eine Filmkritik von Anja Kundrat zu Universalove, Regie: Thomas Woschitz, AT/LU/RS 2008

 

 

Ein Strand, ein Schwimmbad, ein Filmset, ein Brautmodengeschäft, ein Restaurant, ein Taxi – universelle Orte, universelle Liebe. Was mit einem Herzschlag beginnt, endet mit einem anderen. Eine Geschichte, welche sich über 4 Kontinente erstreckend, eine atemberaubende kulturelle Vielfalt zeigt, durchzieht das musikfilmische Wunderwerk von Thomas Woschitz. Eine rasende Motoroller-fahrt eröffnet in unruhiger Kameraführung das episodische Filmwerk, indem eine Frau von Rock-Klängen begleitet, eine Straße in Frankreich entlang fährt. Egal ob ein sehnsüchtiger Computerbastler in Japan seine Angebetete in den Straßen der Großstadt sucht oder eine hitzige Verfolgungsjagd in Marseille stattfindet, Liebe scheint alle Hürden zu überspringen.

Eine Parallelmontage von 6 verschiedenen Handlungsstränge, die über den ganzen Globus verteilt sind bedeuten zwar eine Anstrengung beim Zuschauer, da dieser konzentriert auf Sprache und Ortwechsel gleichzeitig aktiv sein muss, um dem Geschehen folgen zu können. Die Übergänge der Episoden verlaufen teilweise unübersichtlich und verursachen so zwar nicht gerade Kontinuität, jedoch wird so bestimmt niemandem im Kinosaal langweilig.

 

Liebe, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnte, wird von einer Kameraarbeit begleitet, die den Zuschauer nah an die Protagonisten heranführt, begleitet. Bewegte und bewegende Bilder zeichnen den Charakter der Handlungen und unterstützen so die emotionale Einfühlung des Zuschauers. Untersichten, verwackelte Kameraaufnahmen und eine Vielzahl an Nahaufnahmen der Charaktere zeichnen ein Bild emotionaler Integration, welches von Tönen der Band Naked Lunch musikalisch untermalt wird.