Das Ofnreadl (Diagonale 2013)

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Eine Filmkritik von Julia Zisser zu Tante Elfi bastelt. Der Kolobri, Regie: Lia Juresch, AT 2012.

 

"Waun si des Ofnreadl owalöst, jo daun gibts an Wohnungsbraund." Dies stellt Tante Elfi, gespielt von Clara Wannerer fest, als sie in den Heizungskeller kommt. Dort sitzt sie nun fest, obwohl sie doch eigentlich mit den anderen basteln wollte. Ein sehr unerwarteter Schauplatz, wenn man den Titel des Filmes bedenkt. Doch auch den Inhalt würde man nicht vermuten. Statt gebastelt, wird um Hilfe gerufen und ein Hausbrand verhindert.

 

Tante Elfi ist alleine und doch redet sie absurderweise direkt in die sie begleitende Kamera hinein und kommentiert ihr Tun, ihr Vorhaben und schildert ihr eigentliches Bastelvorhaben. Zwischendurch scheint sie zu vergessen, in welch verzwickter Lage sie steckt, bis die Panik allzu plötzlich wieder aus ihr herausbricht. Grotesk ist ihr mütterliches Auftreten und ihre dialektale Sprache, bestehend aus Floskeln die man von Großmüttern kenn im Kontrast zu ihrem zierlichen und jugendlichen Aussehen. Der Schluss ist schleppend, hätte es doch zu Ende sein können, als Tante Elfi losstürmt, um Hilfe zu holen.

 

Der Kolibri ist eine Folge der Serie Tante Elfi bastelt, die Lia Juresch seit 1999 in Zusammenarbeit mit Clara Wannerer produziert. Ob die vorangegangenen Folgen sehenswert sind, ist nicht feststellbar, da sie weder auf einem Festival der Öffentlichkeit präsentiert wurden, noch im Web auffindbar sind. Juresch bezeichnet die Serie als eine Art Spielerei oder Zeitvertreib, die als tatsächliche Bastelserie begonnen hat und sich erst mit den Jahren zu einer Slapstick Komödie entwickelt hat.

 

Ein Drehbuch gibt es nie, immer nur eine ungefähre Idee. Alles entwickelt sich während dem Drehen und wird improvisiert. Neue Ideen oder kurze Lachanfälle müssen mit Hilfe einer Unterbrechung und einem Schnitt zu einem Stilleben in das Gesamtwerk eingenäht werden. Diese Einblendungen kann man als störenden und hässlichen Nebeneffekt bezeichnen, ist jedoch unumgänglich bei Juresch's Arbeitsweisen. Der Kolibri ist ein Mix aus absurdem Theater und spontaner konfuser Performance, spritzig und erheiternd.